Weiterbildung Kultur- und religionssensible Pflege: Der 3. Jahrgang startet am 7. November 2026 (noch 15 Tage). Weiterbildung ab 7. Nov. Platz anfragen
Start/Gütesiegel
Unser wichtigstes Angebot

Gütesiegel für Kultursensibilität

Einrichtungen im Gesundheitswesen sind gesetzlich zu kontinuierlichem Qualitätsmanagement verpflichtet. Mit dem Qualitätssiegel „Kultursensible Pflege / Versorgung / Begleitung“ zeigen Krankenhäuser, Hospize, Pflegeheime, Pflegedienste und Arztpraxen, dass sie kulturelle und religiöse Bedürfnisse verbindlich berücksichtigen.

Orientierung, Öffnung, Kompetenz

Drei Begriffe beschreiben den Weg zum Siegel

Kultursensibilität entsteht nicht mit einer einzelnen Schulung. Sie wächst in drei Schritten, von der Haltung über die Strukturen bis ins tägliche Handeln.

Interkulturelle Orientierung

Ein Bewusstsein für kulturelle und religiöse Unterschiede im Pflegealltag entwickeln.

Einrichtungen nehmen aktiv wahr, welche kulturellen und religiösen Hintergründe ihre Patient/innen und Mitarbeitenden mitbringen. So entsteht ein grundlegendes Verständnis für unterschiedliche Werte, Gewohnheiten und Bedürfnisse.

Interkulturelle Öffnung

Strukturen und Abläufe so gestalten, dass sie kultureller Vielfalt Raum geben.

Prozesse, Angebote und Organisationskultur werden konkret angepasst, etwa bei Ernährung, Sprache oder religiösen Ritualen. Die Einrichtung öffnet sich aktiv für unterschiedliche Bedürfnisse, statt Vielfalt nur zu verwalten.

Interkulturelle Kompetenz

Mitarbeitende haben das Wissen und die Fähigkeiten, kultursensibel zu handeln.

Kompetenz zeigt sich im Alltag: im respektvollen Umgang mit Kulturen und Religionen, in der Kommunikation und im Konfliktmanagement. Auf dieses Ziel arbeiten Schulungen und Standards des Siegels hin.

Vergabeverfahren

In vier Schritten zum Siegel

Wir begleiten Ihre Einrichtung durch das gesamte Verfahren. Sie wissen jederzeit, was als Nächstes kommt und welche Nachweise gebraucht werden.

  1. Schritt 1 von 4

    Lizenzvereinbarung

    Im Erstgespräch klären wir die Ausgangslage Ihrer Einrichtung, den Umfang und einen realistischen Zeitplan. Danach schließen wir die Lizenzvereinbarung.

    • Ausgangslage
    • Umfang
    • Zeitplan
    Erstgespräch anfragen
  2. Schritt 2 von 4

    Qualifizierung des Personals

    Alle Berufsgruppen mit Patientenkontakt besuchen eine Pflichtfortbildung. Es geht um Religion, Rituale, Sterbe- und Krankheitsvorstellungen, um Kommunikation über Sprachbarrieren hinweg und um den Umgang mit Konflikten. So wird Kultursensibilität zur Sache des ganzen Hauses.

    • Pflege
    • Ärzt/innen
    • Sozialdienst
    • Seelsorge
    • Service

    Nachweis: Schulungspläne und Teilnahmebescheinigungen

  3. Schritt 3 von 4

    Audit-Verfahren

    Unser Audit-Team prüft die Standards anhand von Konzepten, Schulungsnachweisen und Dokumentation.

    • Pflichtstandards
    • Kernstandards
    • Entwicklungsstandards

    Nachweis: Konzepte, Organigramm, QM-Dokumente und anonymisierte Pflegedokumentationen

    Alle Standards ansehen
  4. Schritt 4 von 4

    Verleihung des Siegels

    Ihre Einrichtung erhält das Siegel in der erreichten Stufe. Es gilt ein Jahr und wird mit Selbstevaluation und Audit erneuert.

    • Basis
    • Qualität
    • Exzellenz
    Zu den Siegelstufen Siegel-Plakette in Gold
Vorteile

Was das Siegel Ihrer Einrichtung bringt

Ein Gütesiegel bringt Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich strategische, qualitative und wirtschaftliche Vorteile.

Höhere Qualität der Versorgung

Religiöse und kulturelle Bedürfnisse wie Ernährung, Gebetszeiten und Intimsphäre werden berücksichtigt. Das schafft Vertrauen und vermeidet Missverständnisse.

  • Mehr Zufriedenheit, weniger Konflikte
  • Bessere Compliance bei Behandlungen

Wettbewerbsvorteil & Imagegewinn

Das Siegel ist ein sichtbarer Qualitätsnachweis gegenüber Patient/innen, Angehörigen, Kommunen und Kostenträgern.

  • Höhere Attraktivität im Einzugsgebiet
  • Klare Abgrenzung von Mitbewerber/innen

Mitarbeiterbindung & Fachkräfte

Kultursensible Einrichtungen fördern Diversität im Team und schaffen wertschätzende Arbeitsbedingungen.

  • Motivation und Teamzusammenhalt
  • Attraktiv für internationale Pflegefachkräfte

Rechtliche & ethische Sicherheit

Strukturierte Konzepte und dokumentierte Standards senken das Risiko von Beschwerden und Diskriminierungsvorwürfen.

  • Konzepte zur Antidiskriminierung
  • Klare Leitlinien für religiöse Bedürfnisse

Zugang zu neuen Zielgruppen

Sie erreichen Familien mit Migrationsgeschichte, die Pflegeangebote bisher meiden, und bauen Hemmschwellen ab.

  • Mehr Vertrauen in institutionelle Pflege
  • Bessere Auslastung

Gesellschaftliche Verantwortung

Das Siegel zeigt Engagement für Integration, soziale Gerechtigkeit und die Anerkennung kultureller Vielfalt.

  • Verantwortungsvolle Rolle im Gemeinwesen
  • Imagegewinn, auch international
Siegel-Standards der KuRS-Care GmbH

Was das Siegel verbindlich voraussetzt

Vier Grundprinzipien bilden die Basis: Anerkennung kultureller Vielfalt, individuelle Bedürfnisorientierung, keine Diskriminierung sowie Selbstbestimmung und Würde. Darauf bauen drei Ebenen von Standards auf.

Pflicht für jedes Siegel Ohne diese Standards wird kein Siegel vergeben.

A Organisationsstruktur & Verantwortung

  • Benennung einer verantwortlichen Stelle oder eines Beauftragten für kultursensible Pflege
  • Schriftlich verabschiedetes Konzept kultursensibler Pflege
  • Integration des Themas in Qualitätsmanagement, Beschwerdemanagement und Ethikleitlinien
Nachweis: Konzepte, Organigramm, QM-Dokumente

B Qualifikation & Schulung des Personals

  • Pflichtfortbildung für alle Berufsgruppen mit Patientenkontakt
  • Kultursensibilität und Kulturkompetenz, inklusive Religion, Rituale, Sterbe- und Krankheitsvorstellungen
  • Kommunikation und Sprachbarrieren, inklusive Dolmetschen
  • Konflikt- und Diversitymanagement, inklusive Umgang mit eigenen Vorurteilen
Nachweis: Schulungspläne, Teilnahmebescheinigungen

C Kommunikation & Sprache

  • Geregelter Zugang zu professionellen Sprachmittler/innen oder qualifizierten Telefon- und Video-Dolmetschdiensten
  • Mehrsprachige Basisinformationen, etwa zu Aufnahme, Rechten und Beschwerden
  • Dokumentation sprachlicher Bedarfe in der Pflegeanamnese
Ausschlusskriterium: systematischer Einsatz von Angehörigen als Dolmetscher/innen bei sensiblen Gesprächen

D Pflegepraxis & Versorgung

  • Kultursensible Aspekte sind Teil von Pflegeanamnese, Pflegeplanung und Biographiearbeit
  • Berücksichtigung von Ernährung, Körperpflege und Intimsphäre, Geschlechterrollen, religiösen und spirituellen Bedürfnissen sowie Schmerz- und Krankheitsverständnis
Nachweis: anonymisierte Pflegedokumentationen, Standards, Checklisten

E Beschwerde- und Schutzmechanismen

  • Niedrigschwellige Beschwerdemöglichkeiten bei Diskriminierung oder kultureller Missachtung
  • Dokumentiertes Vorgehen bei Vorfällen
  • Schutzkonzept für vulnerable Gruppen
Siegelstufen

Drei Stufen, ein klarer Entwicklungsweg

Die Stufe richtet sich danach, welche Standards Ihre Einrichtung erfüllt. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf.

Siegel-Plakette in BronzeBronze

Basis-Siegel

Wird vergeben, sobald alle Pflichtstandards erfüllt sind.

Pflichtstandards
Siegel-Plakette in SilberSilber

Qualitäts-Siegel

Pflichtstandards plus die zusätzlichen Kernstandards.

PflichtstandardsKernstandards
Siegel-Plakette in GoldGold

Exzellenz-Siegel

Zusätzlich sind die Entwicklungsstandards erfüllt.

PflichtstandardsKernstandardsEntwicklungsstandards
1 JahrGültigkeit des Siegels
jährlichSelbstevaluation Ihrer Einrichtung
Auditzur Rezertifizierung
Folgesiegelfür den nächsten Entwicklungsschritt
Nach der Verleihung

Wir bleiben an Ihrer Seite

Bei Problemen oder Konflikten mit kulturellem oder religiösem Bezug können sich zertifizierte Einrichtungen jederzeit an uns wenden: telefonisch, per Videokonferenz oder vor Ort.

Bei Bedarf erstellen wir zu konkreten Situationen oder Patient/innen kultur- und religionswissenschaftliche Expertisen, damit Sie die Lage besser einschätzen können.

Wie es weitergehen kann

  • Folgesiegel in der nächsthöheren Stufe
  • Beratung, Expertisen und Supervision für die weitere Qualitätsentwicklung
  • Weitere Fort- und Weiterbildungsangebote für Ihr Team
  • Vernetzung mit anderen Einrichtungen über uns
Kontakt

Starten Sie den Weg zum Gütesiegel.

Im Erstgespräch klären wir Ihre Ausgangslage, den passenden Umfang und einen realistischen Zeitplan für Ihre Einrichtung.

040 36 88 60 50 ali.o@kurs-care.de Erstgespräch anfragen